Unumstritten gilt ein gewisser James Hinks als Begründer der Rasse Bull Terrier. Er lebte in England, Birmingham und züchtete Kampfhunde, Kreuzungen namens Bull and Terrier.

Als James Hinks mit der Zucht weißer Hunde begann, gab es die Bull and Terrier in allen Farbschlägen. 1862 zeigte er erstmals auf einer Show seine 'milk-white Bull Terrier'. Dennoch wurden seine Hunde auch weiterhin als Kampfhunde benutzt. "...and to prove his strain had lost none of its cherished quality of belligerence, Hinks matched his forty pound bitch, Puss, against one of the old Bull faced type (a sixty pound bitch) ... The fight took place at the Tuffers in Longacre and in half an hour Puss had killed her opponent." (Robert Leighton "Book of Dogs 1907", in E. Eberhard "The new complete Bull Terrier" 1971)

Ch. Nelson geb. 1866
Madman aus der Zucht von James Hinks
Count geb. Januar 1882
White Wonder und Sherborne Queen geb. ca. 1890

Quellen:

Ed. James "Terrier Dogs, etc." 1873

Ernest Eberhard "The new complete Bull Terrier" 1971

Dr. Dieter Fleig "Das große Bull Terrier Buch" 1997

 

Die weißen Bull Terrier wurden schnell beliebt, andersfarbige seien "gewöhnlich und weniger schön". Frühe Zwinger der Bull Terrier Zucht waren "Bloomsbury", "Lillington", "Woodcote" und "Gladiator".

1887 wurde der Bull Terrier Club gegründet und der Rassestandard festgelegt.

Ch. Bloomsbury King geb. 1898
Bereits 1895 wurde das Kupierverbot für Bull Terrier ohne ein entsprechendes Gesetz durchgesetzt, der Club legte fest, daß auf den Shows an kupierte Hunde keine Preise mehr vergeben wurden. In Deutschland wurde weiterhin kein natürliches Stehohr gezüchtet.
Sammelkarte mit Ch. Brendon Bang 1938
In England gab es in den nächsten Jahrzehnten bekannte Zwinger wie "Brendon", "Regent", "Velhurst", "Romany", "Ormandy", "Souperlative", "Holyfir" und "Jobrulu".
In Deutschland gab es recht schnell eine große Anhängerschaft dieser neuen Rasse. Bereits 1887 wurden auf der 1. int. Ausstellung von Luxushunden in Stuttgart 20 Bull Terrier ausgestellt. Züchter waren unter anderem Herr Dr. Wolf aus Braunschweig (Reichsgerichtspräsident), Ernst Remmler aus Leipzig, Friedrich Hering aus Gera. Ein bekannter Zwinger war "Sneewitt" von Herrn L. Esche.
Potz Blitz Sneewitt
Wie in England war nur weiß als Fellfarbe erwünscht. Zu dieser Zeit gab es nachweislich 2 Vereine, die sich um die Zucht des BT bemühten.

1922 waren nur noch 5 BT in Deutschland zu finden. Am 01.01.1924 wurde der jetzige DCBT gegründet mit 6 Hunden, davon waren 4 aus den Jahren vor dem 1. Weltkrieg. Durch Importe und eine wachsende Bekanntheit der Hunde gab es Ende 1926 bereits 400 gezüchtete BT. Bekannte Zwinger waren "vom Fahrenhorst", "von der Heide" und von der Erfft". Die Mehrheit der BT wurde im Polizeidienst ausgebildet und eingesetzt.

In England wurde in den 20er Jahren der farbige Bull Terrier in den Standard aufgenommen. 1935 wurde der erste farbige Bull Terrier in Deutschland ausgestellt, 1936 fiel der erste Wurf mit farbigen Welpen. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurden teilweise Staffordshire Bull Terrier zur Zucht farbiger Bull Terrier eingekreuzt.

Bekannte DDR-Zwinger waren "von Amity", "von der Pantelitzer Heide", "Lamberts", "Musketier" und "Little Kings". EXTRA-SEITE Bull Terrier in der DDR

Bull Terrier BESCHREIBUNG von 1873