Liebhaber der Rasse Bull Terrier bemühten sich nach der Teilung Deutschlands um den Aufbau und Erhalt der Rasse in der DDR. Den Züchtern gelangen einige große Erfolge mit ihren Hunden - auch international. Unterstützt wurden sie in ihren Bemühungen auch von Züchtern aus der BRD - innerhalb der strengen Regeln und Weisungen des Verbandes der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter.

El-Ka-Si Rugby - eine Importhündin aus der BRD

Der VKSK legte die Zuchtordnung fest, an die sich die Spezialzuchtgemeinschaften (SZG) der jeweiligen Rassen und somit auch die Züchter halten mußten. Hier einige Auszüge aus der Zuchtordnung bis 1974:

"Der Hündin dürfen in einem Wurf höchstens 6 Welpen belassen werden. Überzählige Welpen und Welpen mit körperlichen Mängeln und anderen Abweichungen vom Standard der Rasse sind zu töten. Werden sehr viele Welpen geworfen (mehr als acht), muß der Wurf sofort reduziert werden. Nach dem dritten Tag dürfen sich nicht mehr als sechs Welpen in dem von der Hündin aufzuziehenden Wurf befinden....

Ammen- bzw. Flaschenaufzucht ist nur gestattet, wenn das Muttertier wegen Krankheit oder Tod für die Ernährung der Welpen nicht zur Verfügung steht. Überzählige Welpen (also über sechs) dürfen nur bei besonderer Seltenheit der Rasse mit Genehmigung der SZG und Kontrolle durch sie durch Ammen aufgezogen werden.
Bei Ammen- oder Flaschenaufzucht muß der Wurf auf 4 Welpen reduziert werden. ... "

Bilder von Bull Terriern aus DDR-Zucht

hier

 

"Der Abgabepreis für Welpen ist für jede Rasse in der SZG-Zuchtordnung festzulegen.
Werden bei der Wurfabnahme bei Welpen bereits Fehler festgestellt, die eine spätere Zuchtverwendung ausschließen, dürfen diese Tiere nicht mit mehr als 50 Prozent des üblichen Welpenpreises verkauft werden. Im Wurfabnahmeprotokoll wird dieser Fehler für den Vermerk in der Ahnentafel (nicht zur Zucht zugelassen) aufgeführt. ...

Welpenpreis

 

(Im Zuchtbuch 1975-1977 wurden je 50,- Mark mehr angeordnet)

Das Mindestalter zur Abgabe der Welpen beträgt 8 Wochen. Ein Überschreiten der vorgenannten Preise bedingt Zuchtsperre. ... Zwingerschutz wird nur für die Dauer der Mitgliedschaft im VKSK und der zuständigen SZG gewährt. ... "

So sind auch die großen Schwankungen bei den Wurfeintragungen zu verstehen: bei einer Welpenanzahl ab 7 wurden bis auf wenige Ausnahmen die Welpen reduziert. Viele Welpen starben auch nach der Geburt.
Die Welpenzahlen von 1969 bis 1981
Wurfstärke
gemeldete Welpen
1969
7,10
3,6
1970
13,10
10,7
1971
27,36
17,28
1972
23,17
17,11
1973
27,21
21,15
1974
37,32
29,24
1975
43,46
29,28
1976
32,30
20,22
1977
32,18
21,10
1978
18,21
10,15
1979
22,28
17,21
1980
26,30
18,20
1981
42,41

25,30

Weitere Auszüge aus der Zuchtordnung:
Deckakt mit ausländischem Rüden 500,- Mark
Welpen aus angekörter Hündin 450,- Mark
Welpen aus "Zur Zucht geeigneter Hündin" 400,- Mark
Welpen aus "Zur Zucht bedingt geeigneter Hündin" 350,- Mark

Sämtliche Fotos dieser Seite und der "Bilderseite" sowie die Welpenzahlen sind aus den Zuchtbüchern der Spezialzuchtgemeinschaft Bullterrier der DDR sowie der Jubiläumsschrift "10 Jahre Sparte Bullterrierzüchter Dresden" entnommen.

"Frau Sch. mit Bullterrier" von Bert Heller
Weitere Informationen zur Zucht in der DDR in "Das große Bull Terrier Buch" von Dr. Dieter Fleig.
Artikel einer DDR-Zeitung aus den 70er Jahren
Fronse, Baiba und Bojar v. Dschingis Chan